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Idee, Entwurf und Planung

Erläuterungen des Architekten.

Karl-Heinz Angst

Auf dem Baugrundstück östlich des vorhandenen Mon­tagegemeindehauses sollte die Bauaufgabe realisiert werden.

Raumprogramm:

Gottesdienstraum ca. 180 qm
Gemeindesaal ca. 90 qm
Clubraum ca. 40 qm
Büro ca. 15 qm
Mesner und Sakristei ca. 15 qm
Stuhl - Tischlager
Teeküche für die Jugend:
1 großer Clubraum ca. 70 - 80 qm
2 kleine Jugendräume je 35-40 qm
Abstellräume, Toiletten und Haustechnik, außerdem

1 Pfarrhaus nach den Pfarrhausrichtlinien von 1978

Baugrundstück

Der Bauplatz liegt zwischen den Straßen 'Beim Herbstenhof' auf der Westseite und der 'Dürerstraße' auf der Ostseite. Die Ausdehnung von Westen nach Osten beträgt ca. 110 m, von Norden nach Süden ca. 50 m.
Entlang der Südgrenze verläuft ein Fußweg, der die beiden Straßen verbindet.

Erschließung:

Die Gemeindeglieder kommen vorwiegend von der Ost-und Westseite, jetzt auch von der neuen Siedlung Ursrainer Egert von Süden. Der Kirchenvorplatz und der Haupteingang liegen windgeschützt auf der Südostseite der Kirche. Die Parkplätze sind später an der Stelle des Montagegemeindehauses geplant. Für die Jugendräume gibt es einen gesonderten Zugang von Westen im Untergeschoß. Um für die Besucher aus dem nördlich des Baugrundstücks liegenden Alten- und Altenpflegeheimes 'Luise-Wetzel-Stift' einen kurzen Kirchweg zu ermöglichen, wurde ein Fußweg von Norden zwischen Kirche und Pfarrhaus zum Haupteingang geführt.

Entwurfsidee und innere Organisation:

Die Kirche steht auf dem höchsten Punkt des Geländes. Die Konstruktionsachsen verlaufen direkt von Süd nach Nord und von Ost nach West.  An ihrem Kreuzungspunkt erhebt sich der Turm mit der Glocke. Es ergeben sich somit 4 Bereiche im Erdgeschoß:

Im Nordosten: Gottesdienstraum
Nordwesten: Gemeindesaal
Südwesten: Clubraum und Teeküche
Südosten: Eingangshalle, Sakristei, Büro und Treppenhaus

Die Diagonalachsen des Gebäudes haben ebenfalls eine wichtige Bedeutung. Die südöstliche betont den Eingang; die nordöstliche die Lage des Altars; die nordwestliche die Albert-Schweitzer-Mosaike und die südwestliche das Dreiecksfenster im Clubraum.

In der Mitte, wo sich alle Achsen treffen, sitzt der Grundstein der Kirche.
Die Kirche ist teilweise unterkellert. Die Westseite des Untergeschosses ist freigelegt. Dort befinden sich die Jugendräume mit ihren Nebenräumen.

Lageplan

Raumformen und Lichtführung:

Mit Ausnahme des Eingangsbereiches besitzen alle Bauteile geneigte Dachflächen, die zum Turm ansteigen. Ein Oberlicht an der höchsten Stelle des Raumes läßt entlang der Turmmauern indirektes Licht von oben herunterfallen.
Der Altarbereich des Gottesdienstraumes ist erhellt und wird durch die nach außen gekrümmte Wandscheibe betont. Schmale hohe Fenster auf der Süd- und Nordseite des Gottesdienstraumes erhellen den Mittelbereich.
Der Gemeindesaal ist mit einem großflächigen Fenster nach Westen ausgerichtet. Die nach innen gekrümmte Wand trägt in der Mittelachse Bild- und Textmosaike aus dem Leben von Albert Schweitzer.

Baumaterialien und Farbgebung:

Die Kirche ist ein Mauerwerks- bzw. Stahlbetonbau; innen und außen mit weißem Putz versehen.

Die Dachkonstruktion besteht aus innen sichtbar gelassenen Holzfachwerkbindern und Holzdecken. Die geneigten Dächer sind mit Titanzinkblech gedeckt.
Im Erdgeschoß ist der gesamte Bereich für die Gemeinde mit Tonfliesen (Coto) belegt. Darunter befindet sich eine Fußbodenwarmwasserheizung, so daß hier keine Heizkörper störend in Erscheinung treten.
Im Untergeschoß sind die Räume an den Wänden wie oben verputzt. Die Böden in den Jugendräumen sind mit Eiche-Parkett belegt, die Decken aus schalltechnischen Gründen mit abgehängten Holzdecken. Alle Fenster, inneren Glaswände und Türen sind in lasiertem Kiefernholz ausgeführt.

Grundriss

Technik:

Die Kirche besitzt keine eigene Heizung. Sie ist an das Städtische Fernwärmenetz angeschlossen und wird von dort über eine Übergabestation im Untergeschoß beheizt.

Künstlerische Ausgestaltung:

Karin Auberlen: Farbiges Glasfenster im Gottesdienstraum

Uli Gleis: Gestaltung der gebogenen Wand im Gemeindesaal mit Albert-Schweitzer-Bildern und Texten

Karl-Heinz Angst: 'Ökumenischer Fensterblick':
Im Gemeindesaal befindet sich eine Stelle, bei der über dem Altarkreuz das Kreuz der kath. Kirche sichtbar wird.
Bezeichnet auf dem Boden mit einer andersfarbigen Fliese.